Am 2. Advent feierte die Ev. Frauenhilfe Jüchen ihr 95. Bestehen. In einem gut vorbereiteten Gottesdienst wurden die Besucherinnen und Besucher zunächst auf eine historische Reise mitgenommen, wobei das Gründungsjahr 1927 besonders in den Blick kam. Aber auch der Wandel insgesamt bis in unsere Gegenwart spielte eine Rolle. So ist Frauenhilfe aktuell nicht mehr dezidiert praktische Nachbarschaftshilfe in Notsituationen, wie es die Initiative der Kaiserin 1899 vorsah; sie ist heute eine bewährte Gemeinschaftsform, eine lebendige Zelle im Gemeindeleben, in der Glaubensthemen mindestens so wichtig bleiben wie Lebensthemen oder Kaffee und Kuchen. Insofern ist sie eine Bereicherung vor Ort, sehr wohl auch, was den Gottesdienstbesuch betrifft. Wo sie verschwunden ist, dort merken es zumindest die Insider deutlich.
Dass es in Jüchen eine starke Gruppe gibt, hat wesentlich damit zu tun, dass die jeweiligen Vorsitzenden sich gekümmert und den Kontakt zu den Mitgliedern gehalten haben, dass sie Referenten angesprochen und Ausflüge organisiert, einen Besuchsdienst aufgebaut und die Frauen bei der monatlichen Themenfindung direkt beteiligt haben. Nichts geschieht von selbst! Opfer an Zeit und Kraft aber zahlen sich aus. Dafür ist die Frauenhilfe Jüchen ein beredtes Beispiel.
Rund zwanzig Jahre hat Frau Irmgard Coenen der Frauenhilfe vorgestanden. Die ihr eigene Art, Entschlossenheit, Gründlichkeit, aber auch ihr Herz für Gemeinde und Respekt vor dem geistlichen Auftrag von Kirche haben dazu beigetragen, dass aktuell rund 25 Personen den stabilen Grundstamm der Frauenhilfe stellen. Dank Ihres Engagements ist auch in Coronazeiten in vorgegebenem Rahmen intensive Kontaktpflege gelebt worden.
Nun hatte Frau Coenen entschieden, den Leitungsstab weiterzureichen. Da bot das Jubiläum einen schönen und passenden Rahmen. Am Ende des Gottesdienstes wurde der bisherigen Leiterin herzlich gedankt für ihren wertvollen, ehrenamtlichen Einsatz. Wir wünschen beste Gesundheit und weiterhin viel Freude an diesem Kreis.
Dankbar sind wir, eine kompetente Nachfolgerin gefunden zu haben, die ebenfalls verschiedene Gaben besitzt, u.a. die des Kümmerns. Sie leitet bereits das Plaudercafé und besucht seit Jahren Menschen im Seniorenheim. Dass ihr ein drittes Ehrenamt nicht zu viel wird, freut uns umso mehr. (Anmerkung: Sie hat tolle Teams, die bei Aufgabenteilung unterstützen!) An dieser Stelle begrüßen wir Frau Else Grünter, freuen uns über ihre Bereitschaft, die Leitung der Frauenhilfe zu übernehmen und wünschen ihr von Herzen Kraft und Genugtuung in der neuen Aufgabe. Es ist schön, dass Bewährtes weiterhin bestehen bleibt!

